Berufsbild

Schauspieler:innen erschaffen durch eigene Verkörperung theatrale Figuren bzw. lassen diese auf der Bühne lebendig werden. Die Figuren können auf einer literarischen Vorlage basieren, müssen dies aber nicht; sie können in ein fiktives Geschehen eingebunden sein, aber auch auf die Schauspieler:innen selbst verweisen. Im Regelfall übernehmen Schauspieler:innen eine Rolle, die sie gestisch, mimisch und stimmlich mit spezifischen Techniken aus- und umgestalten. Meist erarbeiten sie sich die Rolle und ihren Kontext zunächst im Selbststudi- um, bevor gemeinsam mit den an der Produktion beteiligten Darsteller:innen und dem:der Regisseur:in an der konkreten Gestaltung der Figur gearbeitet wird. Sie bieten den Spielpartner:innen und der Regie verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten an und entwickeln im Zusammenspiel szenische Vorgänge. Die Probendauer von der ersten Leseprobe bis zur Premiere kann sehr unterschiedlich sein. Große Bühnen proben meist länger als kleinere Theater, im Schnitt dauern die Proben vier bis acht Wochen. Schauspieler:innen sind entweder fest an Theatern angestellt oder freiberuflich tätig, d. h. sie werden für einzelne Produktionen als Gäste engagiert. Neben dem Theater, stellen vor allem Film und Fernsehen Tätigkeitsfelder dar. Ob in Werbespots oder Kinofilmen – der Produktionsprozess und die Arbeit vor der Kamera unterscheiden sich wesentlich vom Theater; die zumeist recht gut vergüteten Engagements erstrecken sich nur über wenige Drehtage. Aber nicht nur vor der Kamera, auch hinter dem Mikrofon sind Schauspieler:innen, z.B. als Synchronsprecher:innen, anzutreffen. Eine Schauspielkarriere hängt von vielen, oftmals nicht zu beeinflussenden Faktoren ab. Neben künstlerisch-kreativen Fertigkeiten und handwerklichem Können sind immer auch körperlich-physiognomische Aspekte entscheidend; Schauspieler:innen stehen immer mit ihrer individuellen Körperlichkeit auf der Bühne bzw. vor der Kamera. Manche erleben so den Höhepunkt ihrer Karriere bereits in jungen Jahren, andere erst nach vielen Berufsjahren.

Voraussetzungen

Da es sich bei Theater um einen kollektiven Produktionsprozess handelt, sind soziale Kompetenz, Kommunikationsbereitschaft und Teamfähigkeit unabdingbar, ebenso schauspielerische Begabung, Ausdrucksfähigkeit, Kreativität und Körpergefühl. Wichtig sind Kenntnisse der Kultur- und Theatergeschichte sowie das Interesse am gegenwärtigen Theater und seinen ästhetischen Formen. Für das Studium der Fachrichtung Schauspiel wird eine abgeschlossene Schulbildung (Mittlere Reife oder Hochschulreife) vorausgesetzt. Bei außerordentlicher Begabung sind Ausnahmen hiervon möglich.

Ausbildung

Die Ausbildung ist auf mehreren Wegen möglich: An den staatlichen bzw. städtischen Schauspielschulen und Kunsthochschulen müssen für die meist vierjährige Ausbildung lediglich Studien-/Semestergebühren bezahlt werden. Sie endet mit der Verleihung eines Artist Diploma bzw. dem Bachelor of Arts, dem Master of Arts oder einem gleichwertigen Abschluss. Deutlich teurer hingegen ist die Ausbildung an einer privaten Schauspiel- schule oder auch der private Einzelunterricht bei einem:r Schauspiellehrer:in. Da an den meisten Schauspielschulen nur ein Bruchteil der Bewerber:innen aufgenommen wird, gibt es strenge Auswahlkriterien und Zulassungsbeschränkungen. Zum Nachweis der besonderen künstlerischen Eignung fordern alle öffentlichen und die meisten privaten Schauspielschulen das Bestehen einer meist

mehrtägigen Aufnahmeprüfung, in der die verschiedenen Fähigkeiten sowie die Motivation der Bewerber:innen erkundet werden. Die Modalitäten der Aufnahmeprüfung variieren von Schule zu Schule und müssen im Einzelfall dort erfragt werden. Vor einer Bewerbung sollte man genaue Informationen über Ausbildungsverlauf und Lehrangebot einholen und mit anderen Einrichtungen vergleichen. Die Ausbildungswege unterscheiden sich zum Teil erheblich. Im Allgemeinen umfasst das Studium die vier Bereiche Atem & Stimme/Sprechen, Körper & Bewegung, Spiel & Darstellung und Theorie, die in Einzel- und Gruppenunterricht vermittelt werden. Viele Schulen arbeiten eng mit einem Theater zusammen, um von Beginn an einen Bezug zur Praxis herzustellen.