Berufsbild

Als Disponent:in (manchmal auch Chefdisponent genannt) trifft man Entscheidungen für den Spiel- und Probenbetrieb, legt also fest, wann und wo welche Künstler:innen und andere Mitarbeiter:innen arbeiten. Das geschieht in Abstimmung mit allen Abteilungen des künstlerischen und technischen Bereichs und mit der Personalvertretung. Disponent:- innen regeln den langfristigen Einsatz von Beschäftigten sowie eventuell notwendige Umbesetzungen und terminieren Abstecher, Gastspiele und Sonderveranstaltungen im eigenen Haus. Aufgrund dieser Aufgabenfungieren fungieren sie bisweilen als Stellvertretung der Intendanz und führen häufig die Bezeichnung Künstlerische:r Betriebsdirektor:in (vgl. dort). Sie nehmen beratend an der Spielplangestaltung teil, in der abgestimmt mit der Intendanz und der Dramaturgie langfristig die künstlerische Linie des Theaters festgelegt wird. Zudem planen sie detailliert die aktuelle Spielzeit, und stimmen dabei personelle Gegebenheiten, Werkstattkapazitäten, das Raumangebot und die Ansprüche der Abonnent:innen auf- einander ab. Daraus entstehen Monats- und Wochenarbeitspläne, die auch neue Entwicklungen berücksichtigen können.

Leiter:innen des Künstlerischen Betriebsbüros (KBB) arbeiten eng mit den Disponent:innen zusammen, deren langfristige Strategien sie in der täglichen Arbeit umsetzen. In der Hierarchie untersteht ein:e Leiter:in des KBB der Disponenz und realisiert deren Planungen. An kleinen Häusern werden beide Aufgaben- gebiete zumeist in Personalunion wahrgenommen. Je nach Größe des Hauses arbeiten im KBB auch noch Assistenzen. Leiter:innen des KBB erstellen in Zusammenarbeit mit den Regisseur:innen bzw. Assistenzen und musikalischen Studienleiter:innen den Tagesarbeitsplan mit Einteilung der Probenräume und der Beschäftigten. Darüber hinaus geben sie die Abendbesetzung bekannt. Außerdem werden im KBB Honorarabrechnungen, Urlaubsgesuche und Krankmeldungen bearbeitet sowie Gast-Engagements mitsamt den Gagenverhandlungen geplant oder Ersatzvorstellungen ermöglicht. Auch Notfälle werden zuerst dem KBB mitgeteilt.

Voraussetzungen

Disponent:innen oder Leiter:innen des KBB müssen ihren Betrieb in allen Bereichen genau kennen. Nur wenn sie mit den Personen, Abläufen und Besonderheiten des Theaters eng vertraut sind, ist es ihnen möglich, diesen Beruf erfolgreich auszuüben. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Außenstehende nicht für diese Tätigkeit in Frage kommen; nur jemand aus den eigenen Reihen – ein:e Regisseur:in, Schauspieler:in, Sänger:in, Dramaturg:in usw. – wird in dieses zentrale Arbeitsgebiet eines Theaters umsteigen können. Neben guten Kontakten zu allen Abteilungen des Hauses sind Kenntnisse der Tarifverträge und des Arbeitsrechts sowie künstlerisches Einfühlungsvermögen, Improvisationstalent und Organisationstalent, gepaart mit Verhandlungsgeschick, unverzichtbar.

Ausbildung

Es gibt keine formal festgelegte Ausbildung für die beiden Tätigkeiten.