Berufsbild

Meister:in für Veranstaltungstechnik am Theater ist eine moderne Weiterentwicklung der klassischen Berufe Bühnenmeister:in oder Beleuchtungsmeister:in. Als Meister:in für Veranstaltungstechnik ist man auf eines dieser beiden Tätigkeitsfelder spezialisiert.

Bühnenmeister:innen kümmern sich um den reibungslosen Ablauf notwendiger Umbauten und Veränderungen auf der Bühne; sie sorgen für die ordnungs- und termingerechte Einrichtung der Dekoration für Proben und Aufführungen und überwachen die Einhaltung bestehender Sicherheitsvorschriften. Bühnen- meister:innen überprüfen, dass alle Vorgaben und Ausführungen eingehalten werden und technisch wie finanziell realisierbar sind und machen gegebenenfalls Änderungsvorschläge. Immer öfter arbeiten sie nicht nur im klassischen Theatersaal, sondern auch in anderen Räumlichkeiten, in denen Veranstaltungen stattfinden. An Theatern sind Meister:innen für Veranstaltungstechnik Führungskräfte mit Personalverantwortung.

Beleuchtungsmeister:innen bedienen und überprüfen alle beleuchtungstechnischen Anlagen; sie sorgen für die ordnungs- und termingerechte Einrichtung der Beleuchtung für Proben und Aufführungen und achten auf einen reibungslosen Ablauf der beabsichtigten Lichtstimmungen. Sie überprüfen, dass alle Vorgaben und Ausführungen eingehalten werden und technisch wie finanziell realisierbar sind und machen gegebenenfalls Änderungsvorschläge. Bei Neueinrichtungen arbeiten sie eng mit Bühnenbildner:innen, Re- gisseur:innen und Technischen Direktor:innen zusammen, wobei sie Vorschläge erarbeiten, vorbereiten und umsetzen.

Im modernen Theater ist Beleuchtung weit mehr als bloße Technik: sie stellt ein künstlerisches Gestaltungselement dar, das wesentlich zum Gelingen und zum Charakter einer Inszenierung beiträgt. Daher werden Beleuchtungsmeister:innen frühzeitig von Regisseur:in und Bühnenbildner:in zu Rate gezogen und mit den künstlerischen Absichten vertraut gemacht. In der Beleuchtungsabteilung eines Theaters arbeiten je nach Größe mehrere Meister:innen und Beleuchter:innen. Der:Die Obermeister:in als Leiter:in der Abteilung koordiniert sämtliche Beschäftigte, überwacht die Einhaltung der Dienstpläne und kümmert sich um die Wartung, Instandhaltung und Erneuerung aller beleuchtungstechnischen Geräte. Den vorgegebenen Etat verwaltet er:sie nach Absprache mit der Technischen Direktion zuweilen eigenständig.

In den letzten Jahren ist die Lichttechnik enorm vorangeschritten. Aufgrund der den damit verbundenen künstlerischen Möglichkeiten hat sich der Beruf Lichtgestalter:in oder Licht- designer:in entwickelt. Lichtgestalter:innen bringen neben technischen Voraussetzungen und viel Praxiserfahrung am Theater theoretisches und praktisches Wissen für den künstlerischen Ausdruck und die ästhetische Wirkung von Licht in eine Theaterinszenierung mit ein. Sie besitzen ein hohes Maß an technischer, kreativer und ästhetischer Kompetenz, um die Intention der Autor:innen, Komponist:innen oder Regisseur:innen zu unterstützen und zur Geltung zu bringen.

Voraussetzungen

Wer Meister:in für Veranstaltungstechnik werden möchte, sollte neben einschlägigen technischen Fertigkeiten auch Eigenschaften wie Organisationstalent, Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft, Genauigkeit, Führungsqualitäten, Durchsetzungsvermögen sowie eine gute Allgemeinbildung mitbringen. Grundkenntnisse in Mathematik, Mechanik und Elektrotechnik werden vorausgesetzt und sollten gegebenenfalls in entsprechenden Kursen aufgefrischt werden. Grundsätzlich gelten die- se Voraussetzungen für alle Ausbildungseinrichtungen, Unterschiede sind jedoch möglich und müssen im Einzelfall erfragt werden. Wer ein Studium absolviert hat, braucht weniger Berufspraxis als jemand, der eine Ausbildung abgeschlossen hat.

Für den Fachhochschul-Studiengang Diplom- Ingenieur:in Theater- und Veranstaltungstechnik benötigt man einen Nachweis der Fachhochschulreife. Zur Meisterprüfung kann sich anmelden, wer mindestens 25 Jahre alt ist und einen der folgenden Abschlüsse besitzt: Abschluss einer Technischen Hochschule in einem Bau-, Maschinenbau- oder Elektroberuf und mindestens ein Jahr praktische Erfahrung in einem bühnentechnischen Beruf; Fachhochschulabschluss in einem Bau-, Maschinenbau- oder Elektroberuf und mindestens zwei Jahre praktische Erfahrung in einem bühnentechnischen Beruf;

Gesellen- oder Facharbeiterprüfung in einem einschlägigen Lehrberuf des Handwerks oder der Industrie und mindestens vier Jahre praktische Erfahrung in einem bühnentechnischen Beruf.

Für die staatlich anerkannte Fortbildung „Meister:in für Veranstaltungstechnik“ benötigt man eine erfolgreiche Abschlussprüfung in einem anerkannten, einschlägigen Ausbildungsberuf mit zweijähriger Berufspraxis.

Ausbildung

Für die Fortbildung zum:zur Meister:in für Veranstaltungstechnik gibt es keinen Bildungsweg im eigentlichen Sinne; für den Erwerb der notwendigen Kenntnisse für die Meisterprüfung ist jede:r Interessent:in selbst verantwortlich. Notwendig ist allerdings die nach der Fortbildungsverordnung festgelegte Abschlussprüfung. Für den Beruf am Theater wird empfohlen, die Prüfung nach der alten Verordnung in den Fachrichtungen Bühne/Studio, Beleuchtung, Halle abzulegen. Um sich ausseichend auf die Prüfung vorzubereiten, ist es sinnvoll, einen der Weiterbildungslehrgänge zu besuchen. Die Weiterbildung kann in 12 bis 14 Monaten absolviert werden. Unterbrechungen für einen Einsatz in der Praxis sind möglich. Sie umfasst im Wesentlichen die Bereiche Mathematik und Naturwissenschaften, technische Kommunikation, Light-Design, Betriebstechnik, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit, Brandschutz, Bauordnungsrecht, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Recht, Ausbildungsplanung und -durchführung, Gruppen anleiten und Zusammenarbeit im Betrieb. In zwei Vollzeitblöcken wird theoretisches Fachwissen vermittelt: Sicherheitsbestimmungen, Arbeits- und Gewerberecht, Organisation, technisches und künstlerische Fragen. Eine frühzeitige Anmeldung ist aufgrund des hohen Interesses sehr zu empfehlen.

Das Studium Veranstaltungstechnik- und Management bzw. Theatertechnik dauert rund vier Jahre und umfasst im Wesentlichen die Bereiche Mathematik, Maschinenelemente, Elektrotechnik, Hydraulik, Fördertechnik, Betriebswirtschaftslehre, Arbeitsrecht, Personalführung, Theatertechnik, Szenografie, Bautechnik, Baurecht, Theatergeschichte und Dramaturgie.