Berufsbild

Nahezu alle Theater oder Orchester sind heute im Internet präsent. Mit ihrem Onlineauftritt erfüllen sie dabei mehrere Aufgaben: Spielplan auf der Webseite mit direktem Link zum Ticketshop, Informationen über Künstler*innen und das Theater, Trailer für aktuelle Produktionen oder direkter Kontakt mit dem Publikum in den Sozialen Medien. Dabei sind die Plattformen und Instrumente, auf denen im Internet kommuniziert werden kann, ständig im Wandel. Deshalb sind auch die Strukturen der Online-Arbeit der Häuser sehr vielfältig. In kleineren Theatern wird die Webseite oft vom Marketingteam mitbetreut, während in großen Opern eigene Abteilungen mit mehreren Beschäftigten für einen zeitgemäßen Social-Media-Auftritt zuständig sind. Einige Orchester entwickeln zudem neue digitale Vermittlungsprojekte und präsentieren diese auf ihren Online-Kanälen.

In den meisten Häusern gibt es inzwischen Referent*innen für Online-Kommunikation oder Social-Media-Beauftragte, die für die Inhalte der eigenen Webseite und der Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Instagram verantwortlich sind. Sie sind meist Teil der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder der Abteilung Marketing und arbeiten in engem Kontakt mit der Dramaturgie, da es darum geht, kreative Wege zu finden, um die Inhalte der Produktionen im Netz zu vermitteln und beim Publikum Interesse zu wecken. Darüber hinaus beeinflussen sie mit ihrer Arbeit aber auch das Image des Hauses. Denn sie stehen nicht nur mit dem eigenen Publikum in direktem Kontakt, sondern müssen manchmal auch auf negative Kommentare oder sogar Shitstorms professionell reagieren können.

Voraussetzungen

Um sich in den Sozialen Medien sicher bewegen zu können, muss man kein Digital Native sein. Wichtig sind ein gutes Verständnis für die neuesten Entwicklungen im Online-Bereich und Gespür für den richtigen Ton im Netz. Eine offene Kommunikation und Sicherheit im Umgang mit Texten gehören ebenso dazu, wie ein ausgeprägter Blick für das richtige (Bewegt-) Bild. Oft müssen Ideen und Projekte schnell und ohne viel Aufwand kreativ umgesetzt werden. Daher ist es hilfreich, mit dem Smartphone und Grafik- oder Videoprogrammen wie Photoshop, Indesign oder Premiere umgehen zu können.

Ausbildung

Da es sich bei der Online-Kommunikation um ein sehr junges Berufsbild handelt, gibt es kaum spezialisierte Studienmöglichkeiten im Kulturbereich. Einige (Fach-)Hochschulen bieten Studiengänge und Ausbildungen für den Bereich Online-Marketing oder Online- PR an. In der Kommunikation für Kulturbetriebe gibt es jedoch einige Besonderheiten. So geht es im nicht-kommerziellen Bereich weniger um die Vermarktung eines Produkts, vielmehr stehen Künstler:innen und ihre Arbeit im Mittelpunkt, es sind also andere Fähigkeiten gefragt als im klassischen Marketingbereich. Daher trifft man in der Online-Kommunikation meist Menschen, die nach geisteswissenschaftlichen Studiengängen, einem Journalismus- oder Kulturwissenschafts- bzw. Kulturmanagementstudium zur Öffentlichkeitsarbeit finden. Ein Studium ist zwar keine Grundvoraussetzung, aber von Vorteil. Häufig führt auch ein Praktikum in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu einer Spezialisierung auf den Online-Bereich.