Berufsbild

Tonmeister:innen haben verantwortungsvolle technische und künstlerische Aufgaben: die Vorbereitung aller für eine Inszenierung benötigten tontechnischen Effekte, die Aufzeichnung und eventuelle Nachbearbeitung von Bühnenmusiken, Gesangsstellen des Chores oder der Solist:innen, die während der Vorstellung an der richtigen Stelle einzuspielen sind; die Verstärkung und Übertragung von Live-Passagen, die auf oder hinter der Bühne gesungen oder gespielt werden, oder spezielle Einspielungen, die für eine Performance notwendig sind.

Alle Tätigkeiten erfordern ein hohes Maß an Teamgeist, künstlerischem Einfühlungsvermögen und Professionalität. Tonmeister:innen haben die Aufgabe, die Vorstellungen der Regie mit den technischen Möglichkeiten kreativ zu verbinden. Dazu müssen sie sich eingehend mit dem Stück und der Inszenierung und mit den Absichten und Ideen des:der Regisseur:in beschäftigen. Nur dann können sie die akustischen Effekte in einen homogenen Zusammenhang mit der Aufführung bringen. Bei Pannen oder Verzögerungen müssen Tonmeister:innen souverän und sicher die richtige Entscheidung treffen, um das Geschehen auf der Bühne zu unterstützen. Gerade im Bereich des Musiktheaters bedarf es hoher Konzentrationsfähigkeit, um den Einsatz von technischen Anlagen (Mikrofone, Effektgeräte, digitalen Toneinspielungen etc.) mit der live gesungenen Stimme exakt in Einklang zu halten und eventuell auftretende Schwankungen und Ungenauigkeiten rasch und unauffällig auszugleichen. Ausübende Künstler:innen, Dirigent:innen und Regisseure:innen finden in einem:r guten Tonmeister:in eine:n Partner:in, der:die urteilssicher, kritisch und künstlerisch kompetent zur bestmöglichen Verwirklichung ihrer Intentionen und zur vollen Entfaltung ihres Könnens beiträgt.

Die Abteilung für Tontechnik eines Theaters wird oft von einem:r Tonmeister:in geleitet; ihm:ihr obliegt damit die Koordination seiner Mitarbeiter:innen sowie die Planung und finanzielle Kalkulation der anfallenden Aufgaben. Als Abteilungsleiter:in ist er:sie auch für die Instandhaltung der Tonanlage zuständig und muss unter Berücksichtigung der finanziellen Mittel neue technische Innovationen im Bereich der Tontechnik einbinden.

Voraussetzungen und Ausbildung

Die Berufsbezeichnung „Tonmeister:in“ wird in den verschiedenen Medien unterschiedlich verwendet. Da aber in allen Bereichen der Umgang mit Musik als kennzeichnend für dieses Tätigkeitsfeld angesehen wird, gelten musikalische Begabung und Freude an Technik als Grundlagen. Notenkenntnisse und eine gewisse Fertigkeit im Partitur- oder zumindest Klavierauszuglesen sowie eine innere Beziehung zum Geschehen auf der Bühne sind für die Arbeit am Theater von Vorteil. Eine intensive Beschäftigung mit Funktion, Wirkung und Handhabung eines elektroakustischen Equipments in Theorie und Praxis ist wichtige Voraussetzung. Neben einem guten Gehör sollte die Beherrschung eines Musikinstruments die musikalischen Praktiken ergänzen. Die Aufnahmeprüfung für einen Diplomstudiengang testet neben der musikalischen Eignung auch die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Bewerber:innen. Die Institute bilden allerdings in stark voneinander abweichenden Studiengängen aus, sodass auch die Anforderungen unterschiedlich sind. Interessierte sollten sich vor einer Entscheidung ausführlich informieren. Als Schulabschluss werden das Abitur, teilweise auch die Fachhochschulreife oder ein gleichwertiger Abschluss verlangt. Je nach Ausbildungsinstitut und Dauer schließt das Studium (z.B. zum:zur Technischem:r Tonmeister:in, Audiodesigner:in, Toningenieur:in) mit Diplom, Bachelor oder Master ab. Unterrichtsfächer sind neben dem praktischen Umgang mit komplexer Anlagentechnik und Studiotechnik, Elektrotechnik und praxisnahe Physik. Zudem vermitteln Studiengänge künstlerisch-musikalische, technische, raumakustische und kommunikative Kompetenzen. Dazu zählen auch das Spielen eines Instruments, Musiktheorie und Musikgeschichte sowie Gehörbildung. Viele Theater bieten in diesem Berufsbild Praktika an.