Berufsbild

Maskenbildner:innen haben ein breites und kreatives Arbeitsgebiet, in dem sie Gesichter, Körper und Haare (um-)gestalten. Sie schminken Gesichter und Körper, gestalten Frisuren und stellen Masken her bzw. Körperbehaarung und physiognomische Spezialeffekte.

Dabei ist jeweils genau zu unterscheiden, für welches Anforderungsprofil die Maske erstellt werden muss: Tänzer:innen, Schauspieler:innen und Sänger:innen haben unterschiedliche Bedürfnisse beim Einsatz auf der Bühne. Zudem fokussiert das Auge einer Filmkamera in Nahaufnahme andere Dinge als das Bühnenlicht einer Opernbühne. Die Maskenbildabteilung eines mittelgroßen deutschen Theaters besteht aus einem:r Chefmaskenbildner:in, einem:r Stellvertreter:in und mehreren Mitarbeiter:innen. Bei Fernseh- oder Filmproduktionen werden Maskenbildner:innen je nach der Größe der Ausstattung als freie Beschäftigte engagiert. Innerhalb des Produktionsprozesses sind verantwortliche Maskenbildner:innen voll in das künstlerische Geschehen integriert und tragen als Teil des Produktionsteams zum Inszenierungskonzept bei. Gemeinsam mit den Kostümbildner:innen stimmen sie, die Figurenkonzeption ab; mit den Lichtgestalter:innen sprechen sie die Farbgebung ab. Die maskenbildnerische Arbeit unterstützt und vervollständigt somit das Erscheinungsbild der Darsteller:innen. Analytische Stücklektüre, eine umfassende kulturelle Bildung sowie die Kenntnis des aktuellen ästhetischen Diskurses gehören ebenso selbstverständlich zu den erforderlichen Fähigkeiten wie das Entwickeln von Umsetzungsmöglichkeiten des abgesprochenen Figurenkonzepts. Hierbei müssen kreative Lösungen unter praktischen Rahmenbedingungen gefunden werden. Zeitrahmen und Kostenfaktor, individuelle Voraussetzungen der Darsteller:innen und die Zielsetzung des Gesamtkonzepts sind in der Praxis von Theater und Film elementare Bestandteile des Arbeitsprozesses, die immer berücksichtigt werden müssen.

Voraussetzungen

Eine wichtige Voraussetzung für Maskenbildner:innen ist ein großes Interesse an Theater, Film oder Fernsehen. Hinzu kommen Kreativität und Ästhetik, künstlerische Überzeugungs- und Ausdruckskraft sowie handwerkliches Geschick. Kontakt- und Anpassungsfähigkeit und ein sensibler Umgang mit Künstler:innen erleichtern die Arbeit. Wichtig sind auch körperliche Belastbarkeit, Flexibilität bei Arbeitszeiten und Teamfähigkeit. Eine differenzierte ästhetische Wahrnehmung sowie eine handwerklich-künstlerische Ausdrucksfähigkeit werden für den Beruf vorausgesetzt. Maskenbildner:innen in Deutschland müssen (anders in den USA und den meisten west- europäischen Nachbarländern, wo die Aufgabenbereiche Maskenbau, Haargestaltung und Make-up von verschiedenen Fachleuten ausgeführt werden) alle berufsbezogenen Aufgabenbereiche beherrschen und sowohl in der Haargestaltung als auch in der Make-up-Technik und dem Maskenbau profunde Kenntnisse besitzen. Auf diese Weise ist es ihnen möglich, eine umfassende maskenbildnerische Figurengestaltung in Theater und Film zu entwickeln.

Ausbildung

In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich im maskenbildnerischen Bereich professionell zu qualifizieren. Seit 2002 ist der Maskenbildner:innenberuf staatlich anerkannt. 2004 wurde an der Hochschule für Musik und Theater München in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding der Studiengang Maskenbild – Theater und Film (BA./MA.) entwickelt. An der Hochschule der Bildenden Künste Dresden wird seit den 60er Jahren das Fachhochschulstudium Maskenbild angeboten. Im Rahmen einer dreijährigen Lehre wird unter dem Dach der IHK (Industrie- und Handelskammer) an Staats- und Stadttheatern und öffentlichen Rundfunkanstalten ausgebildet. Verschiedene Privatschulen bieten die Ausbildung zum:zur Maskenbildner: in ein- bis dreijährigen Kursen an. Üblicherweise ist für die Aufnahme an einer solchen Schule nicht in erster Linie die künstlerische und handwerkliche Begabung entscheidend, sondern die finanzielle Situation der Auszubildenden.